BKSB begrüßt Entwurf des Einwanderungsgesetzes, fordert aber weitergehende Schritte

Der BKSB – Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen sieht in dem vom Kabinett eingebrachten Entwurf des Einwanderungsgesetzes nur einen ersten Schritt zur Linderung des dramatischen Fachkräftemangels in der Pflege.

„Das am Mittwoch vom Kabinett beschlossene Einwanderungsgesetz zielt vor allem auf Fachkräfte aus Staaten außerhalb der Europäischen Union. Sie sollen leichter einwandern können. Dies ist angesichts der vielen offenen Stellen in der Pflege auch unbedingt notwendig.“, so Dieter Bien, Geschäftsführer der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises gGmbH und Vorsitzender des BKSB.

Der BKSB begrüßt vor allem den Wegfall der sog. „Vorrangprüfung“, die inländischen Bewerbern bei der Besetzung eines freien Arbeitsplatzes den Vorzug gewährt. Auch die in einem zweiten Gesetzesentwurf geregelte künftige Duldung von gut integrierten Asylbewerbern mit festen Arbeitsplatz kann sich für die Pflege positiv auswirken.

Ein praxistaugliches Konzept für eine Zentralisierung der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse oder zumindest eine effiziente Zusammenarbeit der vielen zuständigen Behörden lässt der Gesetzesentwurf allerdings vermissen. Ebenso kritisiert der BKSB die fehlende Förderung der notwendigen Sprachkurse, insbesondere im Ausland.

„Der Pflegefachkräftemangel in Deutschland kann nicht ausschließlich über Zuwanderung gelöst werden. Dafür sind weitere, wichtige Schritte zur Imageverbesserung der Altenpflege und zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes, möglicherweise auch ein Paradigmenwechsel und eine Grundsatzdebatte in unserem Land erforderlich. Hier sind Politik und Trägerverbände gleichermaßen gefordert.

Darüber hinaus aber bleiben wir bei unserer Forderung: Deutschland braucht 20.000-25.000 zusätzliche Pflegefachkräfte aus dem Ausland jährlich, um in den nächsten Jahren die immer größer werdende Lücke zwischen der Zahl der Pflegebedürftigten und der Zahl der Pflegefachkräfte zu schließen. Die Anwerbung, Schulung und Integration der Pflegefachkräfte aus dem Ausland ist mit Bundesmitteln stärker finanziell zu fördern.“, so Bien abschließend.

Der Bundesverband des kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen e.V. (BKSB) mit seiner Dachmarke „Die Kommunalen“ ist Mitglied im Bündnis für Altenpflege und vertritt die Interessen von 240 Pflegeeinrichtungen mit 18.000 Plätzen in ganz Deutschland.

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2018-12-21T19:39:49+00:00