BKSB fordert von der neuen Bundesregierung ein konkretes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Laut aktuellen Studien ist in Deutschland im Jahre 2030 eine bis dato auf 3,5 Mio. angewachsene Zahl an Pflegebedürftigen zu versorgen. Gleichzeitig ist mit einer Versorgungslücke von 200.000 Pflegefachkräften (Vollzeitäquivalenten) zu rechnen.

Die Jahreshauptversammlung des BKSB – Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen e.V. am 14. November 2017 in Esslingen fordert von der neuen Bundesregierung ein Gesamtkonzept gegen den dramatischen Fachkräftemangel in der Pflege und legt Schwerpunkte fest, die der Maßnahmenkatalog enthalten muss:

1. Eine Abkehr von der Generalistik und Fortentwicklung der Altenpflegeausbildung
Das Pflegeberufereformgesetz wird eine minimale Bindung der Auszubildenden an die Pflegeheime und eine Abwanderung vieler Absolventen in die Krankenhäuser bewirken. Die Altenpflegeausbildung muss eigenständig erhalten, ausgeweitet und weiterentwickelt werden. Die kommunalen Senioreneinrichtungen wollen ihren Beitrag leisten und bieten eine Aufstockung ihres Ausbildungspotenzials um 20% an.

2. Ein Einwanderungsgesetz mit konkreten Angaben zu den benötigten Fachkräften
Um eine Versorgungslücke von 200.000 Pflegefachkräften für das Jahr 2030 im Laufe der nächsten 12 Jahre größtenteils zu kompensieren, ist es erforderlich, jedes Jahr 20.000 Pflegefachkräfte legal nach Deutschland einwandern zu lassen.

3. Eine bessere personelle Ausstattung in der Pflege
Das System der Refinanzierung muss auf eine solide Basis gestellt werden. Durch Steuermittel ist eine Finanzierung für 30% mehr Stellen sicherzustellen.

4. Die künftige Finanzierung der Behandlungspflege durch die Krankenkassen (SGB V) auch bei stationärer Pflege
Bei der ambulanten Versorgung werden sämtliche Behandlungspflegekosten von den Krankenkassen übernommen. Mit dem Einzug in das Pflegeheim entfällt die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung. Durch eine Übertragung der Kostenübernahmepflicht an die Krankenversicherung würden die Ungleichbehandlung abgeschafft, die Kommunen finanziell entlastet und insgesamt bessere Rahmenbedingungen in den Pflegeeinrichtungen möglich.

„Die bisherige Pflegepolitik hatte die Pflegebedürftigen im Blick. Das war dringend notwendig und richtig. Jetzt aber ist der Fokus auf die Beschäftigten und deren Arbeitsbedingungen zu legen. Die gesellschaftliche Debatte ist bereits in vollem Gange. Die Politik muss in dieser Legislaturperiode sofort handeln!“, so Otto B. Ludorff, Vorsitzender des BKSB und Geschäftsführer
der Sozial-Betriebe-Köln gem. GmbH.

Der Bundesverband des kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen e.V. (BKSB) mit seiner Dachmarke „Die Kommunalen“ ist Mitglied im Bündnis für Altenpflege und vertritt die Interessen von über 200 Pflegeeinrichtungen mit 18.000 Plätzen in ganz Deutschland.

Kontakt:
BKSB – Bundesverband der kommunalen
Senioren- und Behinderteneinrichtungen e.V.
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Tel.: (0221) 7 78 78-35, Fax: (0221) 7 78 78-36
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2017-11-16T00:00:00+00:00