„Kaum ein Tropfen auf dem heißen Stein!“

Laut aktuellen Studien ist in Deutschland im Jahre 2030 mit einer Versorgungslücke von 350.000-500.000 Pflegefachkräften (Vollzeitäquivalenten) zu rechnen. Angesichts dieser dra­matischen Entwicklung fordert der BKSB von den Koalitionären ein wirksames Konzept mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen, die weit über die im Sondierungspapier angekündigten Aktivitäten hinausgehen müssen.

 

„Der politische Wille ist doch gegeben. Jetzt müssen Taten folgen!“, so Otto B. Ludorff, Vorsitzender des BKSB. „In der Pflege brauchen wir bessere Gehälter, bessere Arbeitsbedingungen, aber auch ein Gesetz, das 20.000 Pflegefachkräfte aus dem außereuropäischen Ausland jährlich legal nach Deutschland einwandern lässt. Zudem ist deren Anwerbung und Integration aktiv zu fördern.“

 

Weiterhin fordert der BKSB eine Abkehr von der Generalistik und stattdessen eine Fortentwicklung der Altenpflegeausbildung. Das verabschiedete Pflegeberufereformgesetz wird eine minimale Bindung der Auszubildenden an die Pflegeeinrichtungen und eine Abwanderung vieler Absolventen in die Krankenhäuser bewirken. Die Altenpflege­ausbildung muss eigenständig erhalten, ausgeweitet und weiterentwickelt werden.

 

Der BKSB begrüßt die Absicht, Tarifverträge in der Altenpflege flächendeckend einzuführen. Der Verband warnt aber vor zu geringen Abschlüssen. Selbst bei den nach TVöD (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes) bezahlenden kommunalen Einrichtungen hat der Fachkräftemangel erheblich zugenommen. „Neue Verträge dürfen nicht unterhalb, sondern müssen oberhalb des aktuellen TVöD liegen. Ansonsten werden sie der täglichen beruflichen Belastung der Altenpflegekräfte nicht gerecht und werden keinerlei Wirkung entfalten.“, so Ludorff.

 

Die Ankündigung, 8.000 neue Fachkraftstellen für die medizinische Behandlungspflege zu schaffen „…geht in die richtige Richtung, ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein!“, so Ludorff weiter.

 

Viel wichtiger ist eine zusätzliche Finanzierung der Behandlungspflege durch die Krankenkassen (SGB V). Denn mit dem Einzug in das Pflegeheim entfällt derzeit die Kostenübernah­me durch die Krankenversicherung. Durch eine Übertragung der Kostenübernahmepflicht wird die Ungleichbehandlung abgeschafft und es stehen entsprechende Mehrstellen (bis zu 15%) in der täglichen Arbeit zur Verfügung.

 

Der Bundesverband des kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen e.V. (BKSB) mit seiner Dachmarke „Die Kommunalen“ ist Mitglied im Bündnis für Altenpflege und vertritt die Interessen von über 250 Pflegeeinrichtungen in kommunaler Trägerschaft mit 20.000 Plätzen in ganz Deutschland.

 

Kontakt:

BKSB – Bundesverband der kommunalen
Senioren- und Behinderteneinrichtungen e.V. 

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2018-01-24T00:00:00+00:00