„Pflegeerlöse dürfen nicht der Profitmaximierung dienen, sondern müssen im Unternehmen bleiben!“

Derzeit scheint kein Tag zu vergehen, ohne dass Ankündigungen oder Absichtsbekundungen zur Pflege aus der Bundespolitik erfolgen.

Wenn Bundesfamilienministerin Franziska Giffey die Heime auffordert, zugunsten der Betreuung auf Gewinn zu verzichten und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwägt, die Gewinne von Investoren in der Pflege zu begrenzen, könnte dies der Beginn eines längst überfälligen Umdenkens sein.

„Pflege sollte nicht den auf Profitmaximierung ausgerichteten Unternehmen und Finanzinvestoren überlassen werden.“, so Otto B. Ludorff, Vorsitzender des BKSB – Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen. „Allerdings dürfen angemessene Überschüsse nicht verteufelt werden, wenn sie im Unternehmen zur Verbesserung der Pflege und Betreuung eingesetzt werden.“

Die negativen Folgen der Privatisierungstendenzen der öffentlichen Hand zeigen sich für jeden spürbar nicht zuletzt bereits seit Jahren auf dem Wohnungsmarkt, wo das Gegengewicht zu ungehemmtem Gewinnstreben auch aufgrund von Privatisierungen öffentlicher Wohnungsangebote fehlt.

„Auf dem Pflegesektor ist es noch nicht zu spät für ein Umsteuern. Die Pflege gehört wie andere Bereiche der Daseinsvorsorge grundsätzlich in die Hände kommunaler und gemeinnütziger Betreiber, die im örtlichen Umfeld verbunden sind, deren Ergebnisse im eigenen Betrieb verbleiben und somit ausschließlich den Bewohnern zugutekommen. Schließlich handelt es sich um Beiträge der Versicherten zur sozialen Pflegeversicherung, die so im Gemeinwesen bleiben und nicht Renditeerwartungen finanzieren.“, so Ludorff.


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2018-08-06T12:01:52+00:00