„Wir holen uns die Welt ins Haus“

Bericht des Pflegeheims Herz-Jesu in Neuss über ihr Corona-bedingtes Konzept: Veranstaltung hausinterner Aktivitäten und Feste unter dem Motto „Wir holen uns die Welt ins Haus“

 

Ausgangslage
„Seit Mitte März 2020 musste auch unser Haus coronabedingt Besuche von Ehrenamtlern, Brauchtumsveranstaltungen, ritualisierte Feste und wohnbereichs-übergreifende soziale Gruppenangebote ausfallen lassen. Besucherzahlen waren reduziert, es gab keine öffentliche Cafeteria im Haus. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben außerhalb des Hauses war durch Lockdown und amtliche Vorgaben auf ein Minimum begrenzt. Außenaktivitäten, selbst ein Parkbesuch, mit kleineren oder größeren Gruppen musste angepasst und minimiert werden. Kooperationen und Veranstaltungen mit Vereinen im Quartier wurden abgesagt. Besuche kultureller Veranstaltungen mussten ausfallen. Theater-, Museums-, Hanse- und Schützenfestbesuche fanden nicht statt. In den Sommermonaten konnten wir zwar einige musikalische Veranstaltungen vor und hinter dem Haus organisieren, mussten jedoch auf für BewohnerInnen wichtige kulturelle- und Brauchtumsveranstaltungen verzichten.

Idee
Anfang 2021 war erneut Lockdown, und somit an eine übliche Jahresplanung an Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Hauses nicht zu denken. Impfungen waren in einiger Ferne. So entwickelte der soziale Dienst die Idee, hausinterne Aktivitäten und Feste unter dem Motto „Wir holen uns die Welt ins Haus“ zu veranstalten. Veranstaltungen die zahlreiche Sinne der Bewohner ansprechen. Olfaktorisch, gustatorisch, optisch, auditiv, haptisch und motorisch. Gemeint waren nicht nur die hausüblichen und an Jahreszeit gebundenen Aktionen sondern auch mögliche Kooperationen mit externen Verbänden und Instituitionen. So wollten wir mit der Weltreise gleich zu Karneval beginnen, um im weiteren Verlauf des Jahres auch die vier traditionellen wohngruppenübergreifenden Quartalsfeiern des Hauses unter ein Ländermotto zu stellen. Es wurden die Länder Österreich, Italien, Deutschland und Polen ausgewählt. Bestimmt durch eine Wahl unter den BewohnerInnen. Österreich und Italien vor allem aufgrund von Urlaubserinnerungen und Wohlgefühl, Polen aufgrund der kulturellen Herkunftsnähe einiger BewohnerInnen.

Zielsetzung

  • Unabhängigkeit von den coronabedingten Einschränkungen des öffentlich-gesellschaftlichen Lebens
  • Aufbau eines Jahresprogrammes an Aktivitäten, um das Gefühl soziokultureller Teilhabe hausintern zu vermitteln
  • Geschlechterübergreifende (neutrale) Themen und Angebote anzubieten und zu ermöglichen
  • Abwechslung vom Alltag, Steigerung und Erhaltung des individuellen Wohlbefindens sowie Stärkung des Gemeinschaftserlebens

Aktionen
Im Februar und März 2021 gab es eine Kooperation mit dem Rheinischen  Landestheater Neuss im Rahmen „Telefonischer Theaterlesungen“. Interessierte BewohnerInnen erhielten die Möglichkeit Ausschnitte aus Theaterstücken  am Telefon vorgelesen zu bekommen. Unser Karneval stand unter dem Mottto „Wir holen uns die Welt ins Haus“. Die MitarbeiterInnen des sozialen Dienstes waren in ländertypischen Kostümen unterwegs, landestypische Wahrzeichen schmückten die Mottowagen und Süßes und Salziges kam aus verschiedenen Regionen.

Unsere Quartalsfeiern: Sie sind fester Bestandteil im Haus. Am Ende jeden Quartals werden die ehemaligen Geburtstagskinder im festlichen Rahmen erneut geehrt. Eine wohnbereichsübergreifende Zusammenkunft vieler BewohnerInnen im großen Festsaal. Ein Akt der mit Live Musik, Kuchen, Torte und Sekt begangen wird. Ein besonderes Ritual und Erlebnis für unsere BewohnerInnen, die ein Jahr auf dieses Fest verzichten mussten.“

Fortsetzung folgt….

 

2021-03-30T16:49:09+00:00